
Übersicht
Paulus der Apostel schrieb, was viele für die schönste Passage im Neuen Testament halten, nicht als eigenständiges Gedicht, sondern als Herzstück eines größeren Arguments. Die korinthische Kirche war ein Chaos: Gläubige stritten darüber, welchem geistlichen Führer sie folgen sollten, verklagten sich gegenseitig vor Gericht, tolerierten Inzest und verwandelten das Abendmahl in ein betrunkenes Fest. Als Paulus Kapitel 13 erreicht, hat er zwei Kapitel damit verbracht, ihren chaotischen Gottesdienst aufzulisten – Menschen, die in Zungen reden, prophezeien, besonderes Wissen beanspruchen, während sie sich gegenseitig schlecht behandeln. In diese Spannung hinein lässt Paulus eine lyrische Beschreibung der Liebe fallen, die alles neu definiert.
Das Kapitel entfaltet sich in drei Bewegungen. Verse 1-3 erklären, dass ohne Liebe jede geistliche Gabe wertlos ist: Zungen werden zu Lärm, Prophezeiung und Glaube sind hohl, selbst Märtyrertum gewinnt nichts. Dann malen Verse 4-7 die Liebe nicht als Gefühl, sondern als eine Reihe von Verhaltensweisen – geduldig, gütig, nicht neidisch, nicht prahlerisch, nicht selbstsüchtig, rechnet Böses nicht zu. Dies ist der am häufigsten zitierte Abschnitt des Kapitels, oft bei Hochzeiten gelesen, obwohl Paulus an eine zerrissene Kirche schrieb, nicht an ein glückliches Paar. Der letzte Abschnitt, Verse 8-13, stellt die Vergänglichkeit geistlicher Gaben (Prophezeiungen hören auf, Zungen verstummen) der Beständigkeit von Liebe, Glaube und Hoffnung gegenüber. Paulus endet mit einer berühmten Zeile: die größte von ihnen ist die Liebe.
Das Kapitel enthält die Wendung „durch einen Spiegel, dunkel“ (Vers 12), die das unvollkommene Verständnis der Menschheit von göttlichen Dingen beschreibt. Dieses Bild ist in den allgemeinen englischen Sprachgebrauch eingegangen und hat Werke wie Ingmar Bergmans Film von 1961 Wie in einem Spiegel inspiriert. Die Passage steht in den Kapiteln 12-14 des 1. Korintherbriefs, einem Abschnitt über geistliche Gaben, und fungiert als Angelpunkt, der alle Gaben in die richtige Perspektive rückt. Gelehrte merken an, dass das Lesen außerhalb dieses Kontexts als allgemeiner Hymnus auf die Liebe den pastoralen Zweck von Paulus verfehlt: den korinthischen Eliten zu zeigen, dass sie ihre Gaben nicht über andere erheben sollen.
Schlagwörter
Quellen
Buchinfo
- Autor
- Paul the Apostle
- Sprache
- Biblical Greek
- Autor
- Paulus der Apostel
- Sprache
- Biblical Greek
- Written
- c. 53–57 CE
- Location in Bible
- New Testament, 1 Corinthians 13
- Verses
- 13
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