“Erstaunlich ist, wie wenig tatsächliches Drama entsteht, als Caroline von Beulwitz Friedrich Schiller teilt, den Ehemann ihrer Schwester Charlotte von Lengefeld.”
Jessica Kiang
IndieWire
Im Weimar des Jahres 1787 steht die Familie von Lengefeld vor dem Ruin. Die ältere Schwester Caroline ist eine lieblose Ehe eingegangen, um die Finanzen des Hauses zu sichern. Ihre jüngere Schwester Charlotte wird zur Ausbildung zu Frau von Stein geschickt, der Geliebten von Johann von Goethe. Dort lernt Charlotte Friedrich Schiller kennen, einen mittellosen Dichter, der bereits durch „Die Räuber“ berühmt ist. Ihr geistreicher Schlagabtausch entfacht sofort eine Romanze, doch als Schiller das Familienhaus in Rudolstadt besucht, trifft er auch auf Caroline. Er erklärt: „Ich liebe euch beide, Caroline, Charlotte“, und die drei versuchen eine unkonventionelle Beziehung, die gegen die aristokratischen Regeln verstößt.
Die Erzählung entfaltet sich durch Briefe und fängt die literarische Textur der Epoche ein. Schillers Karriere steigt, während die Französische Revolution Europa umgestaltet. Die Schwestern navigieren durch ihre komplizierte Verbindung, während sie in der feinen Gesellschaft den Schein wahren. Hannah Herzsprung spielt die feurige Caroline, Florian Stetter verkörpert den ruhelosen Dichter, und Henriette Confurius porträtiert die standhafte Charlotte. Dominik Graf führt Regie bei dieser dreistündigen deutsch-österreichischen Koproduktion, die von Kameramann Michael Wiesweg gefilmt wurde. Der Film feierte Premiere bei den Internationalen Filmfestspielen Berlin und konkurrierte um den Goldenen Bären.
Caroline von Lengefeld hat ihr eigenes Glück geopfert, indem sie den wohlhabenden, aber emotional distanzierten Friedrich von Beulwitz geheiratet hat. Die Ehe ist sexlos, eine finanzielle Vereinbarung, um ihre aristokratische Familie vor dem Ruin zu retten. Währenddessen wird ihre jüngere Schwester Charlotte in Weimar bei Frau von Stein ausgebildet und lernt die Regeln der High Society. Charlottes Leben ändert sich, als sie Friedrich Schiller durch ein Fenster im Obergeschoss kennenlernt. Er fragt nach dem Weg; ihre Temperamente stimmen sofort überein. Sie verliebt sich tief, muss aber ihre Mutter davon überzeugen, dass ein mittelloser Dichter einem wohlhabenden Adligen vorzuziehen ist.
Charlotte lädt Schiller nach Rudolstadt ein. Dort trifft er auf Caroline, und sofort entsteht eine intensive Verbindung zwischen allen dreien. Schiller erklärt offen seine Liebe zu beiden Schwestern, und das Trio versucht, eine Beziehung zu führen, die gegen gesellschaftliche Konventionen verstößt. Für einen Großteil des Films liegt der Konflikt außerhalb ihrer Bindung: Schiller muss sich von einer früheren Geliebten lösen, er braucht eine legitime Anstellung, bevor er Charlotte heiraten kann, und Caroline muss ihre Affäre vor ihrem oft abwesenden Ehemann verbergen. Die tiefe Bindung der Schwestern erweist sich als ebenso zentral wie ihre Liebe zu Schiller und bildet den emotionalen Kern der Geschichte.
Die Erzählung entfaltet sich durch handgeschriebene Briefe, ein Stilmittel, das die literarische Qualität des Drehbuchs vermittelt. Der Film zeichnet das gemeinsame Leben des Trios vor dem Hintergrund der Französischen Revolution und des Niedergangs des europäischen Adels nach. Schillers Karriere steigt, als er als Redner Anerkennung gewinnt und eine Universitätsstelle erhält. Die Schwestern navigieren durch ihre komplizierte Verbindung, während sie in der bürgerlichen Gesellschaft den Schein wahren. Ihre unterdrückten Emotionen brodeln unter der Oberfläche der höflichen Etikette und bereiten den Boden für den unvermeidlichen Bruch.
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Kritischer Konsens
Kritiker lobten die nuancierten Darstellungen und die akribische Detailtreue dieser historischen Romanze, aber viele fanden das langsame Tempo und den Mangel an erotischer Spannung angesichts der provokativen Dreiecksbeziehung enttäuschend. Hannah Herzsprungs Leistung als Caroline erhielt besondere Anerkennung, obwohl die dreistündige Laufzeit des Films das Publikum spaltete.
“Erstaunlich ist, wie wenig tatsächliches Drama entsteht, als Caroline von Beulwitz Friedrich Schiller teilt, den Ehemann ihrer Schwester Charlotte von Lengefeld.”
Jessica Kiang
IndieWire
“Alle drei Hauptdarsteller sind großartig, Herzsprung hinterlässt einen besonders starken Eindruck als die feurigere Caroline, und Graf, obwohl kein visueller Stilist, hat zumindest ein scharfes Auge für fesselnde zeitgenössische Details.”
Noel Murray
The Dissolve
“Trotz seines scheinbar anrüchigen Themas ist der Film deprimierend frei von Erotik und den gesteigerten Emotionen, die dem Film zumindest einen melodramatischen Ton verliehen hätten.”
Scott Pewenofkit
Scene-Stealers
“Hanna Herzsprung liefert eine leidenschaftliche Darbietung als diese freigeistige, verführerische und gebildete Frau.”
Frederic and Mary Ann Brussat
Spirituality & Practice
“Ein faszinierender visueller Ansatz, der den Film von seinen zeitgenössischen Pendants unterscheidet... der auf seinem zunehmend pulpigen Thema aufbaut, um das steife Genre zu transzendieren, das ihn beherbergt.”
John Oursler
Under the Radar Magazine
Director
Dominik Graf
Writers
Dominik Graf, Michael Hild
Cinematographer
Michael Wiesweg
Producers
Grigoriy Dobrygin, Uschi Reich
Berlin International Film Festival (2014)
Goldener Bär: Nominated
Academy Awards (2015)
Bester fremdsprachiger Film (deutscher Beitrag): Not nominated
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