Los Angeles, 1937. Die Stadt liegt in einer Hitzewelle, ihre Aquädukte pumpen Wasser in eine Wüste, die schneller wächst als die Versorgung. In diese sonnenverbrannte Welt tritt J.J. ‚Jake‘ Gittes (Jack Nicholson), ein Privatdetektiv, der sich auf Scheidungsfälle spezialisiert hat. Er ist gut in seinem Job, aber die moralische Linie, die er verfolgt, ist so dünn wie der Staub im San Fernando Valley. Als eine Frau, die vorgibt, Evelyn Mulwray (Faye Dunaway) zu sein, ihn anheuert, um ihren Ehemann, den Chefingenieur des Los Angeles Department of Water and Power, zu beschatten, stolpert Gittes über einen Fall, der weit mehr als eine einfache Untreue ist. Regie führte Roman Polanski, das Drehbuch schrieb Robert Towne. Dieser Kriminal-Mystery-Thriller kostete 6 Millionen Dollar und spielte 30 Millionen Dollar an den Kinokassen ein. Es ist der erste Film der sogenannten Jake-Gittes-Reihe, obwohl jahrzehntelang keine Fortsetzung erschien. Mit einer Bewertung von 7,9/10 bei über 4.300 Stimmen gilt er weithin als Höhepunkt des amerikanischen Kinos der 1970er Jahre. Jerry Goldsmiths Filmmusik und John A. Alonzos Kameraführung fangen eine Stadt ein, die sowohl schön als auch korrupt ist.
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PlotSpoilerfrei
Privatdetektiv Jake Gittes verdient sein Geld damit, untreue Ehepartner zu fotografieren. Seine neueste Klientin, eine Frau, die sich Evelyn Mulwray nennt, beauftragt ihn, ihren Ehemann Hollis, den Chefingenieur des Los Angeles Department of Water and Power, zu beschatten. Gittes fotografiert Hollis in Begleitung einer jungen Blondine, und die Fotos landen in der Zeitung. Am nächsten Tag erscheint die echte Evelyn Mulwray in seinem Büro. Sie ist jünger, schärfer und wütend. Gittes wurde hereingelegt. Bevor er entwirren kann, wer ihn angeheuert hat und warum, wird Hollis Mulwray tot in einem leeren Reservoir aufgefunden. Der Gerichtsmediziner nennt es Selbstmord. Gittes glaubt das nicht.
Er beginnt zu graben. Nachts sieht er zu, wie Stadtwasser ins Meer geleitet wird, während die Region unter Dürre leidet. Er besucht das Anwesen der Mulwrays und trifft Evelyns Vater, Noah Cross (John Huston), einen wohlhabenden Grundstücksentwickler, der einst gemeinsam mit Hollis die Wasserfirma besaß. Cross beauftragt Gittes, die junge Frau zu finden, mit der Hollis gesehen wurde, und behauptet, er wolle Evelyn vor einem Skandal schützen. Gittes folgt Spuren ins San Fernando Valley, wo Orangenbauern unter Druck gesetzt werden, ihr Land zu verkaufen. Er erfährt, dass große Parzellen heimlich von Briefkastenfirmen aufgekauft wurden. Nachdem ein Schläger ihm als Warnung die Nase aufschlitzt, tut sich Gittes mit Evelyn zusammen, die enthüllt, dass ihr Vater die treibende Kraft hinter den Landkäufen ist. Der zentrale Konflikt zeichnet sich ab: Noah Cross inszeniert ein Komplott, um billiges Land im Tal aufzukaufen, indem er eine künstliche Dürre erzeugt, und dann enorm zu profitieren, wenn ein neuer Damm und ein Aquädukt Wasser in die Region bringen. Hollis Mulwray entdeckte den Plan und wurde ermordet, um ihn zum Schweigen zu bringen.
Als Gittes und Evelyn sich näherkommen, bleibt sie hinsichtlich ihrer Vergangenheit und ihrer Beziehung zu ihrem Vater ausweichend. Seltsame Details häufen sich: ein Makel in Evelyns Iris, ein mysteriöses Haus in den Hügeln, eine junge Frau namens Catherine, die Evelyn als ihre Schwester ausgibt. Die Ermittlungen ziehen Gittes tiefer in ein Netz aus kommunaler Korruption, Familiengeheimnissen und Gewalt, das jeden, der damit in Berührung kommt, zu verschlingen droht.
Chinatown ist ein Meisterwerk des Neo-Noir-Kinos mit einem brillant vielschichtigen Drehbuch von Robert Towne, meisterhafter Regie von Roman Polanski und karriereprägenden Leistungen von Jack Nicholson und Faye Dunaway. Sein düsteres Ende bleibt einer der verheerendsten Schlüsse der Filmgeschichte.
Bestes direkt für die Leinwand geschriebenes Drama: Won
National Society of Film Critics (1974)
Beste Kameraarbeit: Won
National Society of Film Critics (1974)
Bestes Drehbuch: Won
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