“Trotz seines Titels gibt es wenig Neugieriges oder Überraschendes an dieser lauen Geschichte eines Dreiecksverhältnisses aus dem 19. Jahrhundert.”
Jeannette Catsoulis
The New York Times
Im Paris des späten 19. Jahrhunderts angesiedelt, erkundet Curiosa das verworrene Dreiecksverhältnis zwischen dem Dichter Pierre Louÿs, seinem Freund Henri de Régnier und Henris Frau Marie. Unter der Regie von Lou Jeunet spielt Noémie Merlant die Marie, eine Frau, die zwischen den gesellschaftlichen Erwartungen und ihren eigenen Wünschen gefangen ist. Niels Schneider verkörpert den libertären Louÿs, während Benjamin Lavernhe den konventionelleren Henri darstellt. Die Geschichte stützt sich auf echte Briefe und Tagebücher und konzentriert sich auf die erotischen und künstlerischen Verstrickungen des Trios. Mit einer Laufzeit von 107 Minuten entfaltet sich das Drama vor dem Hintergrund der Belle Époque, in der sexuelle Erkundung mit starren Moralvorstellungen kollidierte. Produziert von Fidélité Films und Curiosa Films, erhielt der Film gemischte Kritiken. Sein Ton balanciert historische Authentizität mit sinnlicher Intimität aus, obwohl einige Kritiker das Tempo als ungleichmäßig empfanden. Der Film vermeidet große historische Ereignisse und zoomt stattdessen auf das Privatleben dieser Schriftsteller und ihres Kreises.
Lou Jeunet, Tochter des Filmemachers Jean-Pierre Jeunet, gab mit diesem Projekt ihr Regiedebüt bei einem Spielfilm. Sie schrieb das Drehbuch gemeinsam mit Raphaëlle Desplechin und stützte sich dabei umfassend auf die tatsächliche Korrespondenz der drei Protagonisten. Der Filmtitel bezieht sich auf Louÿs' eigene Sammlung erotischer Gedichte und Fotografien. Noémie Merlant, die später für Portrait of a Lady on Fire Anerkennung fand, liefert eine darstellerische Leistung, die den Film verankert. Die Filmmusik von Arnaud Rebotini vermischt klassische Streicher mit subtilen elektronischen Elementen und schafft so einen modernen Anachronismus. Gedreht wurde an Originalschauplätzen in Paris und der Region Île-de-France, wobei die Produktion bei Kostümen und Sets auf authentische historische Details achtete.
Verfügbarkeit und Preise können sich ändern. Vor dem Kauf auf der Website des Anbieters bestätigen.
Der Film beginnt in den prunkvollen Salons des Paris des späten 19. Jahrhunderts, wo der Dichter Henri de Régnier (Benjamin Lavernhe) und seine Frau Marie (Noémie Merlant) einen angesehenen Haushalt führen. Henris engster Freund, Pierre Louÿs (Niels Schneider), ist ein charismatischer Libertär, bekannt für seine erotische Dichtung und zahlreichen Affären. Marie, intelligent und neugierig, fühlt sich von den Erwartungen an eine Gesellschaftsfrau eingeengt. Als Pierre zu Besuch kommt, bemerkt er sofort ihre Rastlosigkeit und beginnt eine Verführung, die sowohl intellektuell als auch sinnlich ist, und führt sie in erotische Literatur und Fotografie ein.
Marie widersteht zunächst, wird aber in Pierres Welt hineingezogen. Sie beginnen eine leidenschaftliche Affäre, die Henri in einem schockierenden Schritt zu dulden scheint. Anstatt sie zu verbieten, ermutigt er die Beziehung und schafft so eine instabile ménage à trois. Pierre benutzt Marie als seine Muse, fotografiert sie in erotischen Posen und schreibt Gedichte, die von ihren Begegnungen inspiriert sind. Marie entdeckt ein neues Gefühl von Handlungsmacht, doch die Vereinbarung ist von Eifersucht durchzogen. Henri's passive Komplizenschaft verbirgt eine tiefe emotionale Wunde, während Pierres libertäre Philosophie durch seine wachsenden Gefühle für Marie auf die Probe gestellt wird.
Die Erzählung folgt ihren verflochtenen Leben durch rauschende Feste, intime Begegnungen und stille häusliche Spannungen. Marie veröffentlicht ihre eigene Dichtung unter einem männlichen Pseudonym, während Pierre mit seinem Werk Les Chansons de Bilitis Ruhm erlangt. Die Situation wird unhaltbar, als jede Figur sich dem stellen muss, was sie wirklich von Liebe und Kunst will, was zu einer Abrechnung führt, in der die fragile Fantasie ihrer Vereinbarung zusammenbricht.
Curiosa - Official U.S. trailer
Curiosa (2019) - Trailer (English Subs)
Kritischer Konsens
Curiosa strebt eine berauschende Mischung aus Erotik und Intellektualismus an, ist aber letztlich ein hübsches, aber hohles Historiendrama. Trotz starker schauspielerischer Leistungen seiner Hauptdarsteller verhindern das langsame Tempo des Films und der Mangel an emotionaler Tiefe, dass seine Erkundung der sexuellen Freiheit wirklich fesselnd oder provokativ wird.
“Trotz seines Titels gibt es wenig Neugieriges oder Überraschendes an dieser lauen Geschichte eines Dreiecksverhältnisses aus dem 19. Jahrhundert.”
Jeannette Catsoulis
The New York Times
“Der Film ist ein aufwändiges und gut gespieltes, aber letztlich steifes und konventionelles Historiendrama, mehr dekorativ als gewagt.”
Richard Brody
The New Yorker
“Die hübschen Oberflächen des Films können nicht kompensieren, dass eine zentrale Beziehung sich intellektuell aufgeladener anfühlt als viszeral.”
Guy Lodge
Variety
“Noémie Merlant ist leuchtend, aber sie strandet in einem Film, der ihre Figur eher wie ein Konzept behandelt denn wie eine Person.”
David Ehrlich
IndieWire
“Eine aufwändig inszenierte, aber dramatisch träge Erkundung einer berühmten literarischen ménage à trois. Es ist alles Parfüm und kein Gift.”
Glenn Kenny
RogerEbert.com
Director
Lou Jeunet
Writers
Lou Jeunet, Raphaëlle Desplechin
Composer
Arnaud Rebotini
Cinematographer
Simon Roca
Producers
Olivier Delbosc, Serge Hayat
César Awards (2020)
Bestes Kostümdesign: Nominated
Lumières Awards (2020)
Beste Kameraarbeit: Nominated
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