Stanley Kubricks Full Metal Jacket wirft einen harten Blick auf den Vietnamkrieg durch zwei unterschiedliche Akte. Die erste Hälfte folgt einer Gruppe von Marine-Rekruten auf Parris Island, wo der sadistische Gunnery Sergeant Hartman (R. Lee Ermey) sie einer brutalen psychologischen und physischen Ausbildung unterzieht. Die zweite Hälfte lässt die Überlebenden in das chaotische Stadtgefecht von Hue City während der Tet-Offensive fallen. Matthew Modine spielt Private Joker, einen schlagfertigen Journalisten, der als moralischer Kompass des Films dient, während Vincent D'Onofrio eine eindringliche Leistung als übergewichtiger, schwerfälliger Private Pyle abliefert. Adam Baldwin spielt den kämpferischen Animal Mother. Gedreht mit einem Budget von 30 Millionen Dollar, spielte der Film über 46 Millionen Dollar an den Kinokassen ein. Sein nüchterner, unsentimentaler Ton spaltete die Kritiker, gilt aber seitdem als einer der stärksten Antikriegsfilme aller Zeiten. Der Film ist nicht Teil einer Reihe, sondern steht allein als brutale Meditation über die Entmenschlichung von Soldaten.
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PlotSpoilerfrei
Junge Männer treffen im Marine-Corps-Bootcamp auf Parris Island ein, wo ihnen die Köpfe rasiert und die Kleider abgenommen werden. Gunnery Sergeant Hartman etabliert sofort seine Autorität mit einer Flut von Beleidigungen und psychologischem Missbrauch. Zu den neuen Rekruten gehören Private J.T. „Joker“ Davis, ein schlagfertiger junger Mann, der sich seinen Spitznamen durch die Imitation von John Wayne verdient, und der übergewichtige, schwerfällige Leonard Lawrence, den Hartman grausam „Gomer Pyle“ nennt. Hartman nimmt Pyle besonders hart ran, da er glaubt, sein ständiges Grinsen sei Trotz. Als Pyle sich nicht bessert, macht Hartman Joker zu seinem Squad Leader und befiehlt ihm, Pyle auf Vordermann zu bringen. Joker hilft Pyle widerwillig, sein Bett zu machen, seine Stiefel zu schnüren und sein Gewehr zusammenzubauen. Doch als Hartman einen Gelee-Donut in Pyles Spind entdeckt, verhängt er eine kollektive Bestrafung: Der gesamte Zug leidet unter Pyles Fehlern. Der Wendepunkt kommt, als die Rekruten eine „Blanket Party“ veranstalten, eine nächtliche Schikane, bei der sie Pyle in seiner Koje verprügeln, und Joker trotz seiner Bedenken teilnimmt.
Nach der Prügel verwandelt sich Pyle. Er wird ein Musterrekrut, der sich besonders im Schießen hervortut. Aber Joker wird zunehmend beunruhigt, als er bemerkt, dass Pyle mit seinem Gewehr spricht, als wäre es ein Lebewesen. In der Nacht vor dem Abschluss findet Joker Pyle in der Latrine, wie er scharfe Munition lädt und das Rifleman's Creed aufsagt. Hartman stellt sie zur Rede, und in einem schockierenden Gewaltakt tötet Pyle Hartman, bevor er das Gewehr auf sich selbst richtet und Joker traumatisiert zurücklässt.
Der Film springt dann nach Da Nang, Vietnam, wo Joker als Kampfberichterstatter für Stars and Stripes zusammen mit dem jungen, eifrigen Fotografen Rafterman eingesetzt wird. Jokers Redakteur, Lieutenant Lockhart, verlangt optimistische, kriegsbefürwortende Propagandastücke, aber Joker will echten Kampf erleben. Er trägt ein Friedenssymbol auf seinem Helm zusammen mit den Worten „Born to Kill“, ein Widerspruch, der die zentrale Spannung des Films zwischen Menschlichkeit und dem militärischen Verlangen nach Gewalt verkörpert. Andere Soldaten verspotten Joker, weil ihm der „Tausend-Meter-Blick“ eines echten Kampfveteranen fehlt.
Während der Tet-Offensive bestraft Lockhart Joker, indem er ihn an die Front nach Phu Bai schickt, in der Nähe der blutigen Schlacht von Hue City. Rafterman besteht darauf, mitzukommen. Joker trifft wieder auf Cowboy, jetzt Squad Leader im Lusthog Squad, angeführt von dem kämpferischen Animal Mother. Zum Squad gehören Figuren wie Eightball, Doc Jay und andere. Während sie sich durch die verwüstete Stadtlandschaft von Hue bewegen, erleben sie die brutalen Realitäten des Krieges: Ein Scharfschütze pickt die Soldaten einen nach dem anderen heraus und zwingt die Überlebenden in ein verzweifeltes Katz-und-Maus-Spiel durch ausgebombte Gebäude. Der Zusammenhalt des Squads bröckelt unter dem Druck, wobei Animal Mothers rücksichtslose Aggression mit Jokers vorsichtigerem, reflektierterem Ansatz kollidiert. Der Film baut auf eine angespannte Konfrontation mit dem unsichtbaren Scharfschützen hin, die Joker zwingt, sich den ultimativen Kosten seiner Ausbildung zu stellen.
Full Metal Jacket ist ein kraftvoller, unerschütterlicher Anti-Kriegsfilm, der die entmenschlichenden Auswirkungen von militärischer Ausbildung und Kampf einfängt. Obwohl einige Kritiker die zweiteilige Struktur als unausgewogen empfanden, haben die Darstellungen, insbesondere R. Lee Ermeys ikonischer Ausbilder, und Kubricks akribische Regie seinen Status als Vietnamkriegs-Klassiker gefestigt.
BAFTA Award for Best Special Visual Effects (1988)
Beste visuelle Effekte: Nominated
Golden Globe for Best Supporting Actor (1988)
Bester Nebendarsteller – Film: Nominated
Golden Globe for Best Original Score (1988)
Beste Originalmusik: Nominated
Boston Society of Film Critics Award for Best Supporting Actor (1988)
Bester Nebendarsteller: Won
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