“Das Format der Show, einen Konservativen und einen Liberalen zu paaren, ist zunehmend einseitig geworden, wobei Herr Hannitys Bombast die gemäßigteren Antworten von Herrn Colmes übertönt.”
Alessandra Stanley
The New York Times

Am 1. Oktober 1996 startete Fox News Channel ein nächtliches Experiment: Ein konservativer Brandredner gegen einen liberalen Widersacher, die aufeinander losgelassen wurden. Das Ergebnis war Hannity & Colmes, eine Live-Debattenshow, die 12 Jahre und 56 katalogisierte Episoden lief, obwohl der tägliche Betrieb weit mehr hervorbrachte. Der Konservative Sean Hannity und der Liberale Alan Colmes stritten über alles von der Clinton-Affäre bis zum Irakkrieg und lockten auf dem Höhepunkt 1,5 bis 2 Millionen Zuschauer pro Nacht. Die Show machte Hannity unter Konservativen zu einem Begriff und verwandelte den Sendeplatz um 21 Uhr ET in eine Einschaltquoten-Maschine.
Doch bei der Show ging es nie nur um Debatten. Kritiker sahen darin eine Plattform für Hannitys Aktivismus, wobei Colmes oft die Rolle eines zurückhaltenden Gegenparts spielte. Das Format entwickelte sich im Laufe der Zeit weiter, wobei Hannitys Bombast zunehmend dominierte. Zur Wahlkampfsaison 2008 war das Ungleichgewicht kaum zu übersehen. Als die Serie am 9. Januar 2009 endete, benannte Fox News den Sendeplatz einfach in Hannity um, ließ den Anschein von Ausgewogenheit fallen und zementierte die Hinwendung zu meinungsgetriebenen Primetime-Programmen, die den Sender für das nächste Jahrzehnt prägen sollten.
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Sean Hannity und Alan Colmes moderierten von 1996 bis 2009 eine nächtliche politische Debatten-Show auf Fox News Channel. Jede Episode begann mit Monologen beider Moderatoren, gefolgt von Segmenten, in denen sie über die wichtigsten Nachrichten des Tages debattierten. Zu den Gästen gehörten Politiker, Kommentatoren und Nachrichtenmacher, und die Zuschauer konnten anrufen, um die Moderatoren herauszufordern. Der zentrale Konflikt der Show war der ideologische Krieg zwischen amerikanischem Konservatismus und Liberalismus, wobei Hannity die Rechte und Colmes die Linke vertrat.
Die Serie verfolgte die wichtigsten politischen Ereignisse ihrer Ära. Die frühen Staffeln behandelten die Clinton-Präsidentschaft, einschließlich des Lewinsky-Skandals und des Amtsenthebungsverfahrens. Nach dem 11. September konzentrierte sich die Show auf den Krieg gegen den Terror und die Invasionen in Afghanistan und im Irak. Die Präsidentschaftswahlen 2004 und 2008 waren wichtige Handlungsstränge, wobei die Einschaltquoten der Show während des historischen Rennens Obama gegen McCain in die Höhe schnellten. Das Format blieb durchgehend konsistent, obwohl sich das Machtgefüge verschob, als Hannitys Einfluss wuchs.
Hinter den Kulissen war die Chemie zwischen den Moderatoren bekanntermaßen kühl. Berichten zufolge trafen sie sich selten privat und hielten eine professionelle Distanz. Die Show wurde von Fox News CEO Roger Ailes entwickelt, der Colmes Berichten zufolge als einen sicheren Liberalen auswählte, der Hannity nicht überwältigen würde. Die Live-Übertragung kam aus den Fox-Studios in New York, mit einem bescheidenen Produktionsbudget. Telefonanruf-Segmente erwiesen sich als beliebt und gaben den Zuschauern eine direkte Rolle in der Debatte.
Der Bogen der Show spiegelte die sich verändernde Landschaft des Kabelnachrichtenmarktes wider. Was als ausgewogenes Punkt-für-Punkt-Format begann, wich allmählich Hannitys Dominanz. Bis 2008 war die Show im Wesentlichen ein Vehikel für Hannitys konservativen Aktivismus, wobei Colmes als milder Gegenpol diente. Die Serie endete, als Colmes im Januar 2009 ging, und der Sendeplatz wurde sofort in Hannity umbenannt, eine Solo-Moderatoren-Show, die bis heute läuft. Das Finale markierte das Ende einer Ära im Kabelnachrichtenmarkt, in der der Anschein von Ausgewogenheit zugunsten offener Parteilichkeit aufgegeben wurde.
Kritischer Konsens
Fernsehkritiker taten Hannity & Colmes größtenteils als oberflächliches politisches Theater ab, das Einschaltquoten über Substanz stellte. Die Show wurde für Hannitys aggressiven Stil und dafür kritisiert, konservativen Standpunkten ohne strenge journalistische Standards eine Plattform zu bieten, obwohl ihr zugeschrieben wurde, das Kabelnachrichten-Debattenformat zu etablieren.
“Das Format der Show, einen Konservativen und einen Liberalen zu paaren, ist zunehmend einseitig geworden, wobei Herr Hannitys Bombast die gemäßigteren Antworten von Herrn Colmes übertönt.”
Alessandra Stanley
The New York Times
“Nach 12 Jahren hat 'Hannity & Colmes' endlich zugegeben, was die Zuschauer bereits wussten: Die Debatte war nicht wirklich eine Debatte, sondern eine Plattform für Hannitys konservativen Aktivismus.”
Brian Lowry
Variety
“Was als echter Versuch eines ausgewogenen politischen Diskurses begann, verkommt zu einer nächtlichen Übung in parteiischem Jubel, wobei Colmes kaum mehr als ein Boxsack war.”
Tim Goodman
The Hollywood Reporter
“Das Ende von 'Hannity & Colmes' markiert das Ende des Anscheins von Ausgewogenheit im Kabelnachrichtenmarkt und ebnet den Weg für das offen parteiische Programm, das das Medium heute definiert.”
James Poniewozik
Time Magazine
“Sean Hannity berichtet nicht nur über die Nachrichten; er versucht, sie zu formen. Und 'Hannity & Colmes' ist zum Vehikel für seinen politischen Aktivismus geworden, nicht für Journalismus.”
David Zurawik
The Baltimore Sun
Producer
Roger Ailes
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