1986 feierten Disneyland und Walt Disney World Premiere für einen 17-minütigen 3D-Film, dessen Produktion 23,7 Millionen Dollar kostete. Das entspricht etwa 1,4 Millionen Dollar pro Minute. Der Film war Captain EO, ein Science-Fiction-Musical mit Michael Jackson, Regie führte Francis Ford Coppola, und George Lucas war ausführender Produzent. Es war der teuerste Film, der jemals auf Minutenbasis gedreht wurde, und das sah man ihm an.
Die Geschichte folgt Captain EO und seiner schrägen Alien-Crew, während sie zu einem dunklen Industrieplaneten reisen, der von einer furchterregenden hexenähnlichen Tyrannin regiert wird. Ihre Mission: ein Geschenk durch Musik und Tanz zu überbringen, das die trostlose Welt der Herrscherin in ein Paradies aus Licht und Farbe verwandelt. Der Film wurde als Themenpark-Attraktion konzipiert, komplett mit 3D-Effekten, Rauch im Kino, Lasern und beweglichen Sitzen. Er lief von 1986 bis 1998 ununterbrochen und kehrte nach Jacksons Tod von 2010 bis 2015 zurück.
Jackson schrieb zwei Originalsongs für den Film: We Are Here to Change the World und Another Part of Me, letzterer erschien später auf seinem Album Bad von 1987. Die instrumentale Filmmusik komponierte James Horner. Der ikonische rot-goldene Raumanzug des Films wurde von Deborah Nadoolman Landis entworfen, die auch Indiana Jones' Outfit kreierte. Anjelica Huston spielte die Oberste Führerin, was täglich bis zu vier Stunden Schminkzeit erforderte.
PlotSpoilerfrei
Captain EO steuert ein kleines, heruntergekommenes Raumschiff durch ein tückisches Asteroidenfeld. Seine Crew besteht aus einer Schar von Außenseitern: Hooter (Tony Cox), eine kleine pelzige Kreatur mit großen Ohren; Idee (Debbie Lee Carrington), ein winziges elefantenähnliches Wesen; Geex (Cindy Sorensen), ein großer, schlanker Alien mit mechanischen Gliedmaßen; und Major Domo (Gary DePew), ein robotischer Navigator. Ihr Anführer ist Captain EO (Michael Jackson), ein charismatischer außerirdischer Held in einem unverwechselbaren rot-goldenen Raumanzug mit einem leuchtenden Medaillon.
Eine wohlwollende kosmische Kraft schickt Captain EO auf eine Mission zu einem dunklen Industrieplaneten, der von der Obersten Führerin (Anjelica Huston) regiert wird, einer furchterregenden hexenähnlichen Tyrannin. Dieser Planet ist eine düstere metallische Welt voller Rauch, Maschinen und versklavter Bewohner, die in Angst leben. Die Oberste Führerin befehligt eine Armee grotesker Kreaturen und Roboterwachen und hat ihr Reich in einen Ort ohne Farbe, Freude oder Musik verwandelt.
Captain EO und seine Crew stürzen auf dem Planeten ab und werden sofort von den Truppen der Obersten Führerin gefangen genommen. Sie werden vor die Herrscherin gebracht, die zunächst abweisend und feindselig ist und damit droht, sie zu vernichten. Captain EO bleibt ruhig und zuversichtlich und erklärt, dass er gekommen sei, um ein Geschenk zu überbringen: das Geschenk der Musik und der Verwandlung. Die Oberste Führerin spottet über diese Vorstellung und betrachtet sie als Schwäche.
Als sie sich weigert, zuzuhören, beginnt Captain EO eine musikalische Darbietung, die nach und nach die Umgebung verwandelt. Die triste Industriekulisse pulsiert vor Licht und Farbe, während Jacksons ikonische Musik den Raum erfüllt. Die versklavten Kreaturen und Wachen werden in die Darbietung hineingezogen, ihre mechanischen Bewegungen werden fließend und freudvoll. Die Oberste Führerin beobachtet mit wachsender Unruhe, wie ihre Kontrolle über das Reich zu schwinden beginnt.
Der Film baut auf eine Konfrontation zwischen Captain EOs Botschaft der Hoffnung und der Tyrannei der Angst der Obersten Führerin hin, wobei das Schicksal des gesamten Planeten auf dem Spiel steht. Die Geschichte betont Themen der Verwandlung, die Macht der Kunst, Herzen zu verändern, und die Idee, dass selbst die dunkelsten Seelen durch Schönheit und Kreativität erlöst werden können.
Captain EO ist ein visuell atemberaubendes 17-minütiges Spektakel, das Michael Jacksons elektrisierende Performance mit Francis Ford Coppolas Regie und George Lucas' visuellen Effekten kombiniert. Während die Handlung dünn ist, machen die technischen Errungenschaften und Jacksons Charisma es zu einem denkwürdigen, wenn auch kurzen Erlebnis, das den Überschwang der Popkultur der 1980er Jahre einfängt.