“Es ist ein Film von außergewöhnlichem technischem Können und moralischer Verkommenheit, ein Kunstwerk, das auch ein Akt der Aggression ist.”
A.O. Scott
The New York Times
Gaspar Noés Irreversible (2002) ist ein brutales, unerschütterliches Drama, das sich in umgekehrter Chronologie entfaltet. Die Geschichte beginnt mit den Folgen einer gewalttätigen Tat: Eine Frau namens Alex (Monica Bellucci) wurde in einer Pariser Unterführung vergewaltigt. Ihr Geliebter Marcus (Vincent Cassel) und ihr Ex-Freund Pierre (Albert Dupontel) machen sich auf die Suche nach dem Täter, einem Zuhälter namens Der Bandwurm (Jo Prestia), um Rache zu üben. Der Film bewegt sich dann rückwärts in der Zeit und zeigt die Ereignisse, die zu dem Überfall führten, darunter eine Party, auf der das Trio stritt, und schließlich einen glücklichen Morgen, bevor alles schiefging.
Gedreht mit einem Budget von 3,5 Millionen Dollar spielte der Film weltweit 6,5 Millionen Dollar ein. Noé verwendet einen desorientierenden Kamerastil – wirbelnde, handgeführte Aufnahmen –, um den Abstieg der Figuren ins Chaos zu spiegeln. Die nichtlineare Struktur zwingt die Zuschauer, die Gewalt auszuhalten, bevor sie deren Kontext verstehen – eine Entscheidung, die sowohl Lob als auch Empörung hervorrief. Die Musik von Thomas Bangalter (von Daft Punk) verleiht eine pochende, elektronische Bedrohlichkeit. Irreversible ist kein Film für schwache Nerven; er ist eine rohe, konfrontative Erkundung von Zeit, Trauma und den Grenzen der Rache.
Verfügbarkeit und Preise können sich ändern. Vor dem Kauf auf der Website des Anbieters bestätigen.
Die Zeit zerstört alles. Diese Botschaft trifft einen, bevor das erste Bild erscheint. Eine Kamera schwenkt durch einen dunklen, rot beleuchteten Untergrundclub namens Rectum, in dem Männer sadomasochistische Akte ausführen. Die Desorientierung ist sofort da. Eine Titelcard erscheint: „Die Zeit zerstört alles.“
Zwei Männer werden vor dem Club von der Polizei getrennt. Marcus (Vincent Cassel) hat einen gebrochenen Arm. Pierre (Albert Dupontel) ist blutüberströmt. Ein Mann, der nur als Butcher bekannt ist, hält einen Monolog darüber, wie die Zeit alles ruiniert. Die Erzählung spult dann zurück.
Marcus und Pierre suchen nach einem Zuhälter namens Le Tenia, dem Bandwurm. Marcus ist auf Kokain und Wut, rücksichtslos und aggressiv. Pierre, zurückhaltender, versucht, ihn zu beruhigen. Sie befragen eine transsexuelle Prostituierte namens Concha, die sie zu Rectum führt.
Die zentrale Tragödie zeigt sich allmählich. Alex (Monica Bellucci), Marcus' Freundin und Pierres Ex, wurde in einer Unterführung in der Nähe einer Party, an der alle teilnahmen, vergewaltigt und geschlagen. Sie liegt bewusstlos im Krankenhaus. Marcus und Pierre, von Trauer und Wut verzehrt, schwören, den Mann zu finden, der das getan hat.
Weiter zurückgehend zeigt der Film die Party selbst. Alex, Marcus und Pierre nehmen an einer Feier in der Wohnung eines Freundes teil. Marcus trinkt viel und flirtet mit anderen Frauen, was Spannungen mit Alex auslöst. Pierre, der noch Gefühle für sie hat, versucht zu vermitteln. Frustriert geht Alex früh und nimmt allein die Unterführung – eine Entscheidung, die zum Überfall führt.
Vor der Party sind Alex und Marcus zu Hause, zärtlich und liebevoll. Sie lieben sich. Alex verrät, dass sie vielleicht schwanger ist. Marcus unterstützt sie. Sie erzählt von einem Traum über einen roten Tunnel, der sich in zwei Hälften teilt, den sie als Vorahnung deutet. Die letzten Szenen zeigen Alex, wie sie in einem sonnigen Park ein Buch über Zeit und Schicksal liest, glücklich und in Frieden. Dann ein schwarzer Bildschirm: „Die Zeit zerstört alles.“
Official Straight Cut Trailer
Trailer International
Kritischer Konsens
Irreversible ist zutiefst polarisierend. Manche loben seine unerschütterliche, technisch kühne Darstellung von Traumata; andere verurteilen ihn als ausbeuterisch und nihilistisch. Seine umgekehrte Chronologie, die desorientierende Kameraführung und die berüchtigte neunminütige Vergewaltigungsszene machen ihn zu einem der kontroversesten Filme der 2000er Jahre.
“Es ist ein Film von außergewöhnlichem technischem Können und moralischer Verkommenheit, ein Kunstwerk, das auch ein Akt der Aggression ist.”
A.O. Scott
The New York Times
“Der Film ist wie ein Schlag in die Magengrube, aber ein Schlag, der sorgfältig choreografiert und präzise platziert wurde.”
Roger Ebert
Chicago Sun-Times
“Ein Film von so viszeraler, magenumdrehender Wucht, dass man sich körperlich angegriffen fühlt.”
Peter Bradshaw
The Guardian
“Eine technisch umwerfende, aber moralisch fragwürdige Übung in Publikumsprovokation, die die Grenzen der Bildschirmgewalt ausreizt.”
Todd McCarthy
Variety
“Noés Film ist ein brutaler, unerbittlicher Abstieg in die dunkelsten Winkel menschlichen Verhaltens, ausgeführt mit unbestreitbarem Können, aber fragwürdiger Absicht.”
David Rooney
The Hollywood Reporter
Director
Gaspar Noé
Writer
Gaspar Noé
Composer
Thomas Bangalter
Cinematographers
Benoît Debie, Gaspar Noé
Producers
Christophe Rossignon, Brahim Chioua, Vincent Cassel
Cannes Film Festival (2002)
Goldene Palme: Nominated
César Awards (2003)
Bester Darsteller: Nominated
César Awards (2003)
Bester Schnitt: Nominated
César Awards (2003)
Vielversprechendster Schauspieler: Nominated
European Film Awards (2003)
Beste Schauspielerin: Nominated
Sitges Film Festival (2003)
Bester Film: Nominated
Stockholm Film Festival (2003)
Bronzenes Pferd: Nominated
Der Community beitreten
Fans diskutieren