“Nostalghia ist weniger ein Film als ein Ort, den man für zwei Stunden bewohnen kann.”
J. Hoberman
The Village Voice
Teil einer Sammlung
Andrei Tarkovskys Nostalghia, 1983 veröffentlicht, ist ein zutiefst persönliches Drama, das einen russischen Schriftsteller namens Andrei Gorchakov, gespielt von Oleg Yankovsky, auf seiner Reise durch Italien begleitet, wo er das Leben eines Komponisten aus dem 18. Jahrhundert erforscht. Begleitet von seiner Übersetzerin Eugenia (Domiziana Giordano) kämpft Gorchakov mit einem tiefen Heimweh, das Tarkovskys eigene Gefühle während seiner Zeit in Italien widerspiegelt. Der Film zeigt auch Erland Josephson als Domenico, einen mysteriösen Einheimischen, der zu einer entscheidenden Figur in Gorchakovs Reise wird. Der Film, den Tarkovsky gemeinsam mit Tonino Guerra schrieb, erforscht Themen der kulturellen Entwurzelung und der schwer fassbaren Natur des künstlerischen Ausdrucks. Gedreht an Originalschauplätzen in Italien, war die Produktion des Films geprägt von Tarkovskys Entscheidung, außerhalb der Sowjetunion zu arbeiten, was eine zusätzliche Ebene autobiografischer Resonanz verleiht. Bei den Filmfestspielen von Cannes 1983 gewann Nostalghia den Preis der Ökumenischen Jury, die beste Regie und den FIPRESCI-Preis. Kritiker lobten sein meditatives Tempo und seine visuelle Poesie, und er bleibt ein Eckpfeiler von Tarkovskys Filmografie, der in der Sight-and-Sound-Umfrage von 2012 unter den größten Filmen aller Zeiten neun Stimmen erhielt.
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Andrei Gorchakov, ein russischer Dichter, kommt mit seiner Übersetzerin Eugenia in einer nebligen italienischen Kurstadt an. Er recherchiert das Leben von Pavel Sosnovsky, einem russischen Komponisten des 18. Jahrhunderts, der nach seiner Rückkehr aus Italien Selbstmord beging. Gorchakov fühlt sich von der italienischen Landschaft entfremdet, geplagt von Erinnerungen an seine Frau, seine Kinder und die russische Landschaft. Eugenia versucht, ihn aus der Reserve zu locken, aber er bleibt distanziert, in seine eigene Melancholie versunken.
In der Stadt trifft Gorchakov auf Domenico, einen exzentrischen Einheimischen, der einst seine Familie sieben Jahre lang in ihrem Haus einschloss, weil er glaubte, sie vor dem Weltuntergang zu schützen. Nun geächtet, lebt Domenico in einem heruntergekommenen Haus voller Wasser und Trümmer, in dem er eine Kerze aufbewahrt, von der er glaubt, dass sie über das leere Thermalbecken von Bagno Vignoni getragen werden muss, um die Menschheit zu retten. Gorchakov ist von Domenicos glühendem Glauben sowohl abgestoßen als auch fasziniert.
Gorchakovs Träume und Erinnerungen verschwimmen mit der Realität. Er sieht seine Frau und sein Zuhause in Russland, und er stellt sich Sosnovskys tragisches Schicksal vor. Eugenia, frustriert von seiner emotionalen Unerreichbarkeit, reist nach Rom ab. Domenico bittet Gorchakov, die Kerze nach Bagno Vignoni zu bringen, eine Aufgabe, die Gorchakov widerwillig annimmt. Domenico reist daraufhin nach Rom, wo er eine leidenschaftliche Rede über die Notwendigkeit menschlicher Verbundenheit und spiritueller Erneuerung hält, bevor er sich auf einem öffentlichen Platz selbst anzündet. Gorchakov, der von Domenicos Tod erfährt, fühlt sich gezwungen, sein Versprechen zu halten.
Am leeren Becken beginnt Gorchakov seinen langsamen, quälenden Gang mit der brennenden Kerze. Der Wind löscht sie zweimal aus. Jedes Mal zündet er sie wieder an, seine Gesundheit sichtlich nachlassend. Die Kamera folgt seinem stockenden Fortschritt in einer einzigen, ausgedehnten Einstellung. Schließlich erreicht er die andere Seite, stellt die Kerze auf eine Kante und bricht zusammen. Der Film endet mit einem Bild von Gorchakov, der in einem surrealen, kathedralenartigen Raum liegt, umgeben von Nebel und dem Geräusch von tropfendem Wasser, einer Vision, die seine Erinnerung an Russland mit der italienischen Landschaft verschmelzen lässt.
Kritischer Konsens
Ein visuell atemberaubendes und zutiefst meditatives Werk, Andrei Tarkovskys ‚Nostalghia‘ erkundet Themen der Entwurzelung und der unübersetzbaren Natur der Kunst. Sein herausforderndes Tempo und seine poetischen Bilder laden die Zuschauer in eine tiefgründige emotionale und spirituelle Landschaft ein.
“Nostalghia ist weniger ein Film als ein Ort, den man für zwei Stunden bewohnen kann.”
J. Hoberman
The Village Voice
“Liebevoll inszeniert von einem der wahren Dichter des Kinos.”
Leonard Maltin
Leonard Maltin's Movie Guide
“Visuell prachtvoll und zutiefst beunruhigend... ein Film von seltener, eindringlicher Schönheit.”
Dave Kehr
Chicago Reader
“Tarkovskys persönlichster Film... ein spirituelles und künstlerisches Vermächtnis.”
Jonathan Romney
Film Comment
Director
Andrei Tarkovsky
Writers
Tonino Guerra, Andrei Tarkovsky
Composers
Ludwig van Beethoven, Giuseppe Verdi
Cinematographer
Giuseppe Lanci
Producers
Manolo Bolognini, Renzo Rossellini, Daniel Toscan du Plantier
Cannes Film Festival (1983)
Beste Regie: Won
Cannes Film Festival (1983)
Preis der Ökumenischen Jury: Won
Cannes Film Festival (1983)
FIPRESCI-Preis: Won
Nastro d'Argento (1984)
Bester ausländischer Regisseur: Won
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