Über
Die Fraunhofer-Gesellschaft, offiziell Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung e. V., ist eine deutsche gemeinnützige Organisation, die sich der angewandten Forschung widmet. Sie wurde 1949 in München gegründet und betreibt 76 Institute und Forschungseinrichtungen in ganz Deutschland sowie weitere Standorte in den USA und Großbritannien. Die Organisation beschäftigt rund 32.000 Mitarbeiter, von denen die meisten Wissenschaftler und Ingenieure sind. Ihr jährliches Forschungsbudget übersteigt 3,6 Milliarden Euro, wobei etwa zwei Drittel aus Auftragsforschung für Industrie und öffentliche Auftraggeber stammen.
Das Kerngeschäft von Fraunhofer ist die Auftragsforschung: Sie führt Projekte durch, die von Unternehmen, Regierungen und anderen Institutionen in Auftrag gegeben werden, und schließt so die Lücke zwischen universitärer Grundlagenforschung und kommerziellen Produkten. Dieser Ansatz hat sie zu einem entscheidenden Treiber für Innovationen in Bereichen wie Informationstechnologie, Biowissenschaften, Materialwissenschaften, Energie und Medizintechnik gemacht. Die Organisation ist nach Joseph von Fraunhofer benannt, einem Münchner Optiker und Erfinder des 19. Jahrhunderts, der für seine Fortschritte in der Glasherstellung und Spektroskopie bekannt ist.
Fraunhofer-Institute arbeiten halbautonom, jedes mit einem spezifischen technologischen Schwerpunkt. Sie kooperieren häufig mit Universitäten, und viele Institutsleiter haben gleichzeitig eine Professur inne. Die Arbeit der Gesellschaft hat zu zahlreichen Erfindungen geführt, die in Alltagsprodukten wie Smartphone-Komponenten oder medizinischen Bildgebungssystemen stecken. Sie zählt durchgängig zu den attraktivsten Arbeitgebern für Wissenschaftler und Ingenieure in Deutschland.
Mission
Die Mission der Fraunhofer-Gesellschaft ist es, angewandte Forschung durchzuführen, die direkt für Industrie und Gesellschaft nutzbar ist. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse in marktfähige Produkte und Verfahren zu überführen und so die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Wirtschaft zu stärken. Die Organisation verfolgt dies durch Auftragsforschung, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen, und durch die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Ihre Arbeit orientiert sich an den Prinzipien Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und soziale Verantwortung.
Geschichte
Die Fraunhofer-Gesellschaft wurde am 26. März 1949 in München gegründet, als Teil der Nachkriegsbemühungen, die Forschungsinfrastruktur Deutschlands wieder aufzubauen und die wirtschaftliche Entwicklung Bayerns, damals eine überwiegend landwirtschaftlich geprägte Region, anzukurbeln. Die Initiative wurde von Hugo Geiger, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium, und Walther Gerlach, Kernphysiker und Rektor der Universität München, der erster Präsident wurde, geleitet. Die Organisation wurde nach Joseph von Fraunhofer benannt, einem gefeierten Münchner Optiker und Unternehmer, was den Anspruch widerspiegelte, wissenschaftliche Exzellenz mit praktischer Anwendung zu verbinden.
In den ersten Jahren arbeitete die Gesellschaft als kleines Verwaltungsbüro mit nur drei Angestellten, das hauptsächlich Gelder für industrieorientierte Forschungsprojekte einwarb und verteilte. Erste Schwerpunkte waren Bergbau, Eisen und Stahl sowie Maschinenbau in Bayern. Ein wichtiger Wendepunkt kam 1951, als die Gesellschaft erste Mittel aus dem Marshallplan über das Europäische Wiederaufbauprogramm erhielt, was ihre politische Akzeptanz bestätigte und entscheidende finanzielle Unterstützung brachte.
In den 1960er und 1970er Jahren baute Fraunhofer sein Netzwerk von Instituten in ganz Westdeutschland aus, jedes mit einem spezifischen Schwerpunkt in der angewandten Forschung. Die 1990er Jahre brachten die internationale Expansion: Fraunhofer USA wurde 1994 als eigenständige gemeinnützige Organisation gegründet, die mit amerikanischen Universitäten zusammenarbeitet, um die Auftragsforschung auszuweiten. Bis 2024 war die Gesellschaft auf 76 Institute und ein Budget von über 3,6 Milliarden Euro angewachsen und feierte 75 Jahre ihres Bestehens sowie 30 Jahre Fraunhofer USA.
Unterabteilungen
Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research (IAP)
Konzentriert sich auf polymere Werkstoffe und deren Anwendungen.
Fraunhofer Institute for Manufacturing Engineering and Automation (IPA)
Spezialisiert auf Produktionstechnik und Automatisierung.
Fraunhofer Institute for Solar Energy Systems (ISE)
Betreibt Forschung zu Solarenergie und Energieeffizienz.
Fraunhofer Institute for Telecommunications, Heinrich Hertz Institute (HHI)
Arbeitet an Kommunikationstechnologien und photonischen Komponenten.
Bemerkenswerte Personen
Walther Gerlach
First President · 1949–1951
Nuclear physicist who led the founding of the society
Hugo Geiger
Founding Patron and Senate Chair · 1949–?
State secretary who initiated the society's establishment
Holger Hanselka
Präsident · 2023–present
Current president, modernizing the organization
Meilensteine
1949
Foundation of the Fraunhofer Society in Munich
1951
First funding from the Marshall Plan via the European Recovery Program
1994
Establishment of Fraunhofer USA as a non-profit subsidiary
2023
Holger Hanselka becomes the 11th president
2024
75th anniversary of the society
Quellen
Organisationsinfo
- Gegründet
- 1949-03-26
- Hauptsitz
- Munich
- Land
- Germany
- President
- Holger Hanselka
- Typ
- Research
- Typ
- Research
- Gegründet
- 1949-03-26
- Hauptsitz
- Munich
- Land
- Germany
- Mitarbeiter
- 32000
Finanzen
- Budget
- 3600000000
- Mitarbeiter
- 32000
Offizielle Webseite
www.fraunhofer.de/
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