“Ein zutiefst bewegender, trügerisch einfacher Film über das Gewicht der Familiengeschichte.”
Manohla Dargis
The New York Times
Hirokazu Kore-eda, ein Meister der leisen Familiendramen, präsentiert Still Walking, einen Film, der sich über einen einzigen Tag erstreckt, während die Familie Yokoyama zusammenkommt, um ihres ältesten Sohnes zu gedenken, der 15 Jahre zuvor gestorben ist. Das Ritual ist eine Gedenkfeier für den Verstorbenen, aber der wahre Fokus liegt auf den Lebenden: den alternden Eltern, ihrem überlebenden Sohn Ryota (Hiroshi Abe), seiner neuen Frau Yukari (Yui Natsukawa) und seiner Schwester Chinami (YOU). Im Laufe des Tages kommen vergrabene Ressentiments, unausgesprochene Trauer und generationenübergreifende Spannungen an die Oberfläche. Gedreht mit einem bescheidenen Budget (der Film spielte weltweit 3,5 Millionen Dollar ein), verlässt sich der Film auf naturalistische Darstellungen und Yutaka Yamazakis intime Kameraführung. Kritiker lobten seine sanfte, aber durchdringende Beobachtung der Familiendynamik, was ihm eine Bewertung von 7,8 auf IMDb einbrachte. Dies ist keine handlungsgetriebene Geschichte, sondern eine Charakterstudie, die Drama in kleinen Gesten und peinlichen Stille findet.
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Das Haus der Familie Yokoyama liegt eingebettet in einer ruhigen Küstenstadt, seine Räume erfüllt von der Last fünfzehnjähriger unausgesprochener Trauer. Jeden Sommer kommt die Familie zusammen, um den Jahrestag von Junpeis Tod zu begehen, des ältesten Sohnes, der ertrank, als er einen Fremden zu retten versuchte. Dieses Jahr trifft Ryota mit Yukari, seiner zweiten Frau, und ihrem kleinen Sohn Atsushi ein. Ryotas Vater Kyohei, ein pensionierter Arzt, hält sich meist für sich, pflegt den Garten und seinen Hund. Seine Mutter Toshiko ist in der Küche beschäftigt und bereitet das aufwändige Mahl zu, das die Gedenkfeier begleitet. Das Haus summt im Rhythmus häuslicher Rituale: Gemüse schneiden, Teller anrichten, den Altar reinigen.
Ryotas Schwester Chinami trifft mit ihrem Mann Nobuo und ihren beiden Kindern Satsuki und Mutsu ein. Die Erwachsenen verfallen in vertraute Gesprächsmuster, jede Äußerung mit Subtext durchzogen. Toshiko macht spitze Bemerkungen über Yukaris Status als Witwe und alleinerziehende Mutter, ihre Worte in eine Fassade der Höflichkeit gehüllt. Kyohei nimmt Ryotas Anwesenheit kaum zur Kenntnis, seine Enttäuschung greifbar. Ryota wiederum sträubt sich gegen die Erwartungen seines Vaters, die ärztliche Familienpraxis zu übernehmen. Die Kinder spielen lautstark, unbeeindruckt von den Unterströmungen um sie herum. Ein Besuch an Junpeis Grab wird zur Bühne für konkurrierende Trauer: Toshiko weint offen, während Ryota abseitssteht, seine eigene Trauer unter Groll begraben.
Als der Nachmittag in den Abend übergeht, teilt die Familie eine Mahlzeit aus Tempura und Sushi, die Unterhaltung schweift von Junpeis Kindheit zum neuen Auto des Nachbarn. Aber der Frieden ist zerbrechlich. Als Toshiko eine Kiste mit Junpeis alten Sachen hervorholt, dringt die Vergangenheit mit Gewalt ein. Ryota entdeckt einen Brief, der eine Seite von Junpei offenbart, die er nie kannte. Die sorgsam aufrechterhaltene Fassade der Familie beginnt zu bröckeln. Alte Anschuldigungen kommen hoch, und Ryotas Wut darüber, für immer mit seinem perfekten Bruder verglichen zu werden, kocht über. Der Tag endet nicht mit einer Lösung, sondern mit einem zögerlichen Schritt in Richtung Ehrlichkeit, während jedes Familienmitglied sich den Geschichten stellt, die es sich jahrelang erzählt hat.
STILL WALKING Trailer (2008) - The Criterion Collection
STILL WALKING OFFICIAL TRAILER
Kritischer Konsens
Hirokazu Kore-edas Still Walking ist ein meisterhaftes, zurückhaltendes Drama, das in den alltäglichen Kämpfen und stillen Momenten des Familienlebens eine tiefe emotionale Tiefe findet. Durch naturalistische Darstellungen und eine sanfte Regie erforscht der Film Themen wie Trauer, Erinnerung und Versöhnung mit bemerkenswerter Sensibilität und Einsicht.
“Ein zutiefst bewegender, trügerisch einfacher Film über das Gewicht der Familiengeschichte.”
Manohla Dargis
The New York Times
“Kore-eda fängt die subtilen, oft unbeholfenen Rhythmen des Familienlebens mit einem malerischen Blick und einem tiefen Verständnis der menschlichen Natur ein.”
Todd McCarthy
Variety
“Es ist ein Film, der einen überrascht, dessen Kraft sich durch stille Beobachtung und verheerende emotionale Ehrlichkeit aufbaut.”
David Jenkins
Time Out
“Ein subtiles, ergreifendes und letztlich verheerendes Porträt einer Familie, die durch unausgesprochene Ressentiments und dauerhafte Liebe verbunden ist.”
Stephen Holden
The New York Times
Director
Hirokazu Kore-eda
Writer
Hirokazu Kore-eda
Composer
Gontiti
Cinematographer
Yutaka Yamazaki
Producers
Satoshi Kono, Yoshihiro Kato, Hijiri Taguchi, Masahiro Yasuda, Lee Bong-ou
Asia Pacific Screen Awards (2008)
Bestes Drehbuch: Won
Blue Ribbon Awards (2009)
Beste Schauspielerin: Won
Blue Ribbon Awards (2009)
Bester Nebendarsteller: Won
Hochi Film Awards (2008)
Beste Schauspielerin: Won
Kinema Junpo Awards (2009)
Bester Darsteller: Won
Kinema Junpo Awards (2009)
Beste Nebendarstellerin: Won
Mainichi Film Concours (2009)
Bester Darsteller: Won
Mainichi Film Concours (2009)
Beste Schauspielerin: Won
Mainichi Film Concours (2009)
Bester Nebendarsteller: Won
Palm Springs International Film Festival (2009)
FIPRESCI-Preis für den besten Schauspieler: Won
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