Zwei Jahre nach dem Chaos, das er auslöste, sitzt Arthur Fleck im Arkham State Hospital, eine leere Hülle des Mannes, der einst auf U-Bahn-Stufen tanzte. Er wartet auf seinen Prozess wegen fünf Morden, darunter die Live-Tötung des Talkshow-Moderators Murray Franklin. Seine Anwältin Maryanne Stewart argumentiert, dass Arthur an einer dissoziativen Identitätsstörung leidet, dass die Joker-Persönlichkeit die Verbrechen begangen hat, nicht der Mann. Doch in den brutalen Mauern von Arkham trifft Arthur auf Harleen Lee Quinzel, eine Mithäftling, gespielt von Lady Gaga. Sie fühlt sich nicht zu Arthur hingezogen, sondern zum Joker, dem Symbol des Aufstands. Ihre Beziehung entfaltet sich in einer Reihe von musikalischen Fantasiesequenzen, die klassische Standards mit Originalsongs verbinden. Der Film ist ein Jukebox-Musical, aber die Lieder existieren nur in Arthurs Vorstellung, eine Flucht aus der düsteren Realität des Gefängnisses.
Todd Phillips inszeniert mit einem düstereren, nachdenklicheren Blick. Joaquin Phoenix nahm erneut stark ab, um Arthurs verfallenen Zustand darzustellen. Lawrence Shers Kameraarbeit malt Gotham in gedämpften Grautönen und institutionellem Grün. Hildur Guðnadóttir kehrt mit einer eindringlichen Filmmusik zurück, die ihr für den ersten Film einen Oscar einbrachte. Mit einem Budget von 190 Millionen Dollar ist der Film eines der teuersten R-Rated-Musicals, die je gedreht wurden. Er feierte Premiere bei den Filmfestspielen von Venedig am 4. September 2024, bevor er am 4. Oktober in die breite Veröffentlichung ging. Die Kritiker waren stark gespalten: Der Rotten Tomatoes Score liegt bei 31 Prozent, der Metacritic Score bei 45 von 100. Auch das Publikum war geteilter Meinung, mit einer IMDb-Bewertung von 5,2 bei über 590.000 Stimmen. Der Film spielte weltweit 207,5 Millionen Dollar ein und gilt als notorischer Flop an der Kinokasse.
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PlotSpoilerfrei
Arthur Fleck ist ein Geist des Mannes, der eine Revolution entfachte. Ausgemergelt, schweigsam, zwischen seiner Zelle und Therapiesitzungen im Arkham State Hospital hin- und hergeschoben, steht er nun vor Gericht wegen der Morde, die ihn berüchtigt machten. Die Staatsanwaltschaft, angeführt vom ehrgeizigen stellvertretenden Bezirksstaatsanwalt Harvey Dent, fordert die Todesstrafe. Vor dem Gerichtsgebäude versammelt sich täglich eine Schar von Unterstützern, als Clowns verkleidet, die Arthur als Volkshelden behandeln. Die Joker-Legende hat sich verbreitet, Nachahmer inspiriert und Unruhen geschürt. Doch drinnen ist Arthur ein gebrochener Mann, der kaum spricht.
Während der Musiktherapie bemerkt Arthur eine junge Frau, die ihn beobachtet. Ihr Name ist Harleen Lee Quinzel. Sie behauptet, in demselben armen Viertel aufgewachsen zu sein wie Arthur, dass ihr missbräuchlicher Vater bei einem Autounfall starb, dass sie das Wohnhaus ihrer Eltern niederbrannte und eingewiesen wurde. Lee ist fasziniert von Arthur, oder genauer gesagt vom Joker. Sie bewundert seine Verbrechen, sieht ihn als Symbol. Eine dunkle Romanze entwickelt sich zwischen ihnen, geführt durch heimliche Blicke und geflüsterte Gespräche. In ihren Fantasien fliehen sie in aufwändige Musiknummern, tanzen durch surreale Landschaften, singen Duette der Freiheit.
Der Prozess wird zu einem Kampf um Arthurs Identität. Maryanne Stewart argumentiert, dass Arthur ein Opfer von Missbrauch und psychischer Krankheit ist, dass der Joker eine separate Persönlichkeit ist. Harvey Dent malt ihn als kaltblütigen Mörder, der die Öffentlichkeit manipuliert hat. Arthurs früherer Kollege Gary Puddles sagt aus, sichtlich traumatisiert. Seine Aussage erschüttert Arthur und zwingt ihn, sich den wahren menschlichen Kosten seiner Gewalt zu stellen. Sophie Dumond, seine frühere Nachbarin, sagt ebenfalls aus und entwirrt die Erzählung, die Arthur um sich herum aufgebaut hat.
Arthur entdeckt, dass Lee gelogen hat. Sie stammt aus einer wohlhabenden Familie; sie hat ihre tragische Hintergrundgeschichte erfunden, um sein Mitgefühl zu gewinnen. Trotzdem klammert Arthur sich an den Glauben, dass sie ihn liebt. Als der Prozess seinen Höhepunkt erreicht, muss Arthur entscheiden, ob er den Joker vollständig annimmt oder seine Menschlichkeit zurückgewinnt. Lees wahre Absichten bleiben bis zum Ende mehrdeutig.
Eine kühne, aber polarisierende Fortsetzung, die den düsteren Realismus des ersten Films gegen surreale Musiknummern und eine Meta-Dekonstruktion seiner eigenen Mythologie eintauscht. Joaquin Phoenix und Lady Gaga liefern engagierte Darstellungen, aber das Tempo des Films, der tonale Bruch und das kontroverse Ende ließen viele Zuschauer kalt. Das Ergebnis ist ein faszinierender Fehlschlag, der im Laufe der Zeit Verteidiger finden könnte.